Wochenendtrip zu den Longmen Grotten in Henan. Das Buero hat gezahlt, denn der eigentliche Zweck der Reise war eine Besuch auf einer Baustelle neben der Weltkulturerbestaette. Das Wochenende viel mit einem Blumenfestival in der Satdt zusammen, so dass der Besucherstrom, der hier ohnehin schon maechtig ist, noch weiter anschwoll. Die SW Bilder zeigen ein idealisiertes Bild, die Farbbilder dann die Realitaet….
YUNMENGSHAN – 云蒙山
Yunmengshan bedeutet “Wolkenverhangene Berge” und im Hochsommer macht der Ort seinem Namen wohl auch alle Ehre. Nun, Anfang Mai haelt hier jedoch erstmal der Fruehling Einzug. Die Obstbaumbluete haben wir zwar knapp verpasst, dafuer sind die Berge und Taeler jetzt voll von frischem Gruen und es bluehen die Azaleen.
Den groessten Teil des Weges hinauf haben wir im Flussbett ueber Steine kletternd zurueckgelegt. Das hat eine Menge Spass bereitet, allerdings waren wir dadurch auch so langsam dass wir den Gipfel nicht mehr erreicht haben. Das Risiko im Dunkel im Wald herumzulaufen war uns dann doch etwas zu gross. Spaeter haben wir gesehen dass es nicht mehr extrem weit gewesen waere… naja….
Die Anreise verlief glatt. Dongzhimen den Bus besteigen, dann in Huairou zu ueberhoehten Preisen einen Fahrer mieten und schon ist man da…. Nicht so einfach war die Rueckfahrt. Man weiss ja nun mit einiger Erfahrung in diesem Land, dass wenn alle gleichzeitig frei haben, dass das Reisen etwas schwieriger wird, denn es verreisen dann auch alle gleichzeitig – entsprechend gross kann mancherorts das Gedraenge werden. Von Yunmengshan nach Huairou gab es zunaechst keine Probleme, die fingen dann mit der Besteigung des Busses nach Beijing aber so richtig an. An der Haltestelle warteten viele Leute und im Bus gab es nur noch Stehplaetzte. Der Bus war dann so voll, dass Sardinen es in ihrer Buechse recht gemuetlich haben. An allen weiteren Haltestellen hielt der Bus dann nur noch um Bescheid zu sagen dass keiner mehr reinpasst….. Wie wir hoerten waren in Beijing die Strassen vom zweiten bis zum sechsten Ring total verstopft, so dass Busse nur zoegerlich aus der Stadt wieder herauskamen und es somit keinen Nachschub gab. Wir standen also mit reichlich Koerperkontakt im Bus, als dieser dann auch wiederum in einen oder mehrere Staus geriet – gedauert hat das dann gute zwei Stunden (aechz!).
GMP
PENJING II – 盆景 II
Umtopfen und beschneiden und neu verdrahten…. Die Feiertage verbringe ich wieder mit den Fingern in der Erde. Zum Fruehlingsanfang gibt’s ja auch immer einiges zu tun mit den kleinen Baeumen.
Oben ein Steckling meiner grossen Steineibe. Das war mal einer der unteren Aeste. Einfach in die Erde gesteckt und zwei von vier sind angegangen. Diesen hier habe ich nun mal aus seinem echt unpassenden Topf befreit, den er innerhalb eines Jahres auch komplett mit Wurzeln gefuellt hatte. Im Neuen Topf soll er erstmal ein, zwei Jahre weiter wachsen.
Unten eine der letzten Neuanschaffungen, ein chinesischer Linguster. Linkes Bild: wie gekauft (ca 15 Euro). In der Mitte sieht man den Baum nach Entfernung der unteren Aeste und mit bereits beschnittenen Wurzeln. Der Inhalt der alten Schale bestand fast nur noch aus Wurzeln und war steinhart… rechts dann in neuer Schale mit frischem Substrat.
Zu guter letzt die Gratisbeigabe eines Einkaufs aus dem letzten Jahr, damals nur schnell aus dem Plastknapf befreit. Das Ding wurde jetzt mal gedrahtet und umgesetzt. Da muss ich aber wohl morgen nochmal ein wenig dran rumschnippeln.
PENJING – 盆景
ARCHITEKTUR – 建筑
Bei all den wilden Architekturen, die hierzulande oft in die Welt gesetzt werden sehnt man sich so manches Mal nach Einfachheit.
Der Sinologe Richard Wilhelm schreibt in seinen Erlaeuterungen zum Yi Jing – dem wohl aeltesten Weisheitsbuch der Welt:
“(…) ist die gradlinige Bewegung die urspuruenglich eine Eigenschaft des Schoepferischen. (…) So wird aus einer Geraden ein Quadrat und aus einem Quadrat ein Wuerfel. Das ist die einfache Hingebung an die Gesetzte des Schoepferischen, ohne etwas davon- oder dazuzutun.
NINGBO DAILY NEWS GROUP – 宁波日报集团
Unser erster internationaler Wettbewerb! Eigentlich haetten wir dafuer ja jede Menge Zeit gehabt. Aber auf Grund zahlreicher anderer Termine (wie im Vorfeld erwaehnt) haben wir das Ding in zwei Wochen gemacht. Dem waren dann auch die ueber 100 Stunden Arbeit allein in der letzten Woche zu verdanken (grrrr). Wirklich moegen tu ich das Gebaeude eigentlich auch nicht, obwohl ich vom Ergebnis letzten endes doch positiv ueberrascht bin. Die groessten Bauchschmerzen habe ich hier bei den Grundrissen (, die nicht von mir stammen). Zwei grosse Neuerungen gab es dabei fuer uns. Erstens: der Bauherr wusste dieses Mal genau was er will und hat ein gut ausgearbeitetes Raumprogramm zur Verfuegung gestellt, was hier eher die Seltenheit ist. Zweitens haben wir zum ersten Mal richtige Praesentationspanels gemacht, da der Wettbewerb zwar nicht anonym, aber doch ohne Praesentation von statten geht.
YONG’AN MASTERPLAN – 永安城市规划
Yong’an ist eine “kleine” Stadt mit etwas ueber 320.000 Einwohnern in der Provinz Fujian. Im Zuge der Zunehmenden Urbanisierung des Landes waechst auch diese Stadt sehr schnell. Im Norden und Suedosten der Stadt entstehen grade grosse Industriegebiete. Die Stadt erstreckt sich in Nord-Sued-Richtung entlang des Sha-Flusses. Mitten in der Stadt befindet sich eine riesige Freiflaeche von 200.000 Quadratmetern, auf der sich im Augenblick nur einige Funkantennen und ein paar kleine Gebaeude befinden. An dieser Stelle soll ein See 130.000 Quadratmetern entstehen, an dessen Ostufer hochwertige Bueroflaechen, Einzelhandel und ein Vergnuegungsbezirk angesiedelt sind. Die Bruecke, die den Fluss am Nordende des Grundstuecks ueberspannt wird durch eine neue Haengebruecke ersetzt, die mit ihrem schraeg stehenden Pylon eine neue Landmarke der Stadt bildet. Noerdlich davon entsteht eine Ausstellungshalle, die das “Wohnzimmer der Stadt” ist. Suedlich der Bruecke schliesst die Uferbebauung mit Einzelhandel und Unterhaltungsangebot an. Dem Suedteil der Uferbebauung sind zwei Inseln vorgelagert, die ebenfalls mit Einzelhandel und Unterhaltungsangebot genutzt werden. Hier entsteht eine Situation mit Kanaelen, die von der Hamburger Hafencity inspiriert ist. Zwischen dem noerdlichen und dem suedlichen Teil fungiert ein grosszuegiger Platz als Gelenk und zentraler Anbindungspunkt. Hier befindet sich ein Fuenfsternehotel.
LANGFANG CLOU COMPUTING – 廊坊云计算
Langfang liegt Suedoestlich von Beijing in der Provinz Hebei. In einem Industriegebiet der Stadt planen wir eine grosse Serverfarm. Das Windmuehlenfoermige Gebaeude beherbergt vier viergeschossige Hallen fuer die Rechner. Verbunden sind diese Hallen durch Buerotrakte, die jeweils einer Halle zugeordnet sind. Den zentalen Raum bildet ein grosszuegiges Atrium, in dem die Erschliessung und ein gemeinsamer Besprechungsbereich untergebracht sind. Zusaetzlich gehoeren ein Angestelltenwohnheim, ein Gaestehaus, ein Entertainmentkomplex und drei Businessvillen zu dem Ensemble.
UEBERSTUNDEN – 超时工作
Tja, nun bin ich fast zwei Monate nicht dazu gekommen etwas in mein blog zu schreiben…. Da war zunaechst die Zeit um das Freuhlingsfest, wo jeder Bauherr seinen Kram vorher erledigt haben will. Also: deadline, deadline, deadline. Dann eine Woche frei, die ich genutzt habe um drei Fotobuecher zu layouten. Fertig geworden ist allerdings keines davon. Nach den Ferien kam dann die Zeit, in der alle Bauherren mit neuer Energie neue Projekte angehen. Das hiess dann wieder deadline, deadline, deadline….
Das dicke Ende kam dann in der letzte Woche. Da kam ich mal eben auf 100 Wochenstunden mit anschliessender Reise nach Ningbo. Jetzt bleib ich erstmal ein paar Tage zu Hause, damit ich am Montag mit neuere Energie nach Sahoguan in Guangdong fliegen kann.































































