INTRO FESTIVAL 2012

Gestern war das Intro Festival. Die Location zwei Tage zuvor verlegt, vom Beijing D-Park neben dem 798 Art District an den Rand der Stadt – an einen Ort, von dem noch nie jemand etwas gehoert hatte. Das Ueberraschende an der Location war, dass das Ganze stark an Oktoberfest erinnerte: Das erste Gebaeude, das meine Aufmerksamkeit erhielt war mit “Munchen Tent” beschriftet und faelschlicher weise mit schwarz gelbem Rautenmuster dekoriert. Spaeter entdeckte ich noch das “Watzman Tent”, das “Glasblaeser Tent” und andere. Das zweite Gebaeude, das mir aufgefallen war, war  unuebersehbar die Nachbildung eines Bierfasses….

Gegessen haben wir dann auch wie in Deutschland einen “Turkey Doener Kebab” und der war garnichtmal schlecht, nur ungewohnt klein. Kurios und vollkommen unverstaendlich war, das es auf dem Gelaende schon sehr bald keinen Alkohol mehr zu kaufen gab. Es schien ein gewisses Kontingent zu geben, das sich allerdings dis etwa 18 Uhr verkauft hatte. Nur der VIP bereich war davon ausgenommen, was dazu fuehrte, das das VIP Personal das Bier schwarz verkaufte: 200 RMB fuer ein Sixpack!!! Spaeter am Abend ist es und dann noch gelungen fuer den gleichen Preis einen ganzen Karton zu erstehen. Halsabschneider!

Die Buehnen waren nicht schlecht, allerdings mit einem riesigen Abstand zwischen dem DJ und dem Publikum. Dieser war mit steif dreinblickender Security gefuellt, der offensichtlich der Sinn fuer die Veranstaltung fehlte.

Der Ruecktransport des Publikums aus der Pampa (keine U-Bahnstation in einem Umkreis einer fusslaeufigen Stunde, und die waere zu dieser Zeit so oder so nicht mehr gefahren) erfolgte in kostenlosen Bussen. Diese wurden bis zum Bersten aufgefuellt und fuhren dann zum Arbeiterstadion in die Stadt zurueck.

LI XIAODONG LIBRARY – 李晓东图书馆

Eine kleine Exkursion am Wochenende war eine Mischung aus moderner Architektur und der bergigen Umgebung Beijings. Li Xiaodong, Professor an Beijings Qinghua Universitaet und eine von mir hoch geschaetzter chinesischer Architekt, hat im Norden des Bezirks Huairou, ganz in der Naehe der Chinesischen Mauer von Mutianyu und Jiankou eine Bibliothek in einem Tal errichtet, fern ab jeder Stadt. Der Bau soll Menschen aus der Stadt in die Natur locken und hier eine Bruecke zwischen Kultur und Natur schlagen. Der Bau ist harmonisch in die Umgebung eingebettet und besteht zu grossen Teilen aus vor Ort vorhandenen Materialien. Die Buecher im Bestand stammen ausschliesslich aus Spenden und so haben auch wir ein paar Buecher dort zurueckgelassen.

LONGMEN – 龙门

Wochenendtrip zu den Longmen Grotten in Henan. Das Buero hat gezahlt, denn der eigentliche Zweck der Reise war eine Besuch auf einer Baustelle neben der Weltkulturerbestaette. Das Wochenende viel mit einem Blumenfestival in der Satdt zusammen, so dass der Besucherstrom, der hier ohnehin schon maechtig ist, noch weiter anschwoll. Die SW Bilder zeigen ein idealisiertes Bild, die Farbbilder dann die Realitaet….

YUNMENGSHAN – 云蒙山

Yunmengshan bedeutet “Wolkenverhangene Berge” und im Hochsommer macht der Ort seinem Namen wohl auch alle Ehre. Nun, Anfang Mai haelt hier jedoch erstmal der Fruehling Einzug. Die Obstbaumbluete haben wir zwar knapp verpasst, dafuer sind die Berge und Taeler jetzt voll von frischem Gruen und es bluehen die Azaleen.

Den groessten Teil des Weges hinauf haben wir im Flussbett ueber Steine kletternd zurueckgelegt. Das hat eine Menge Spass bereitet, allerdings waren wir dadurch auch so langsam dass wir den Gipfel nicht mehr erreicht haben. Das Risiko im Dunkel im Wald herumzulaufen war uns dann doch etwas zu gross. Spaeter haben wir gesehen dass es nicht mehr extrem weit gewesen waere… naja….

Die Anreise verlief glatt. Dongzhimen den Bus besteigen, dann in Huairou zu ueberhoehten Preisen einen Fahrer mieten und schon ist man da…. Nicht so einfach war die Rueckfahrt. Man weiss ja nun mit einiger Erfahrung in diesem Land, dass wenn alle gleichzeitig frei haben, dass das Reisen etwas schwieriger wird, denn es verreisen dann auch alle gleichzeitig – entsprechend gross kann mancherorts das Gedraenge werden. Von Yunmengshan nach Huairou gab es zunaechst keine Probleme, die fingen dann mit der Besteigung des Busses nach Beijing aber so richtig an. An der Haltestelle warteten viele Leute und im Bus gab es nur noch Stehplaetzte. Der Bus war dann so voll, dass Sardinen es in ihrer Buechse recht gemuetlich haben. An allen weiteren Haltestellen hielt der Bus dann nur noch um Bescheid zu sagen dass keiner mehr reinpasst….. Wie wir hoerten waren in Beijing die Strassen vom zweiten bis zum sechsten Ring total verstopft, so dass Busse nur zoegerlich aus der Stadt wieder herauskamen und es somit keinen Nachschub gab. Wir standen also mit reichlich Koerperkontakt im Bus, als dieser dann auch wiederum in einen oder mehrere Staus geriet – gedauert hat das dann gute zwei Stunden (aechz!).