BEIJING AIR – 北京大气

In Beijing eine must-have-App. Vorher hatte ich ja schon einmal ueber eine App geschrieben, die die Luftverschmutzungswerte von einer Messstation der amerikanischen Botschaft uebermittelt (hier). Jetzt habe ich noch eine aufgetan, die nicht nur diese Werte hat, sondern auch die Vergleichswerte des chinesischen Ministry of Environmental Protection. Der screen-shot oben laesst schon erahnen, wo die Reise hingeht. Nicht nur die angegeben Werte unterscheiden sich, sondern auch die mit den Werten in Verbindung gebrachten Beurteilungen: Werte bis 50 bezeichnen die Amerikaner als GOOD; die Chinesen als EXCELLENT. 50 – 100 ist dann bei den Chinesen GOOD, bei den Amerikanern nur noch MODERATE. Werte von 200 – 250  gelten dann fuer die Chinesen als MODERATELY POLLUTED, waerend die Amerikanische Botschaft Werte zwischen 200 – 300 als VERY UNHEALTHY einstuft.

Das chinesische Umweltministerium gibt zwar noch mehr Werte an als die Amerikaner, z.B. Schwefeldioxyd- und Stickoxydgehalte, aber der Hauptwert der Anzeige, der den Feinstaubgehalt der Luft angibt laesst darauf schliessen, das auch diese Werte nicht fuer die Innenstadt gelten.

Meine Vermutung ist, das die Messstation des chinesischen Umweltministeriums etwa in Miyun oder so steht. Das ist eineinhalb Autostunden vom Stadtzentrum entfernt und ausserdem ein Wasserschutzgebiet, was bedeutet, dass es dort keine nennenswerten Fabriken gibt…..

TIANJIN – 天津

Wie schon einmal erwaehnt haben wir am Wochenende einen Kurztrip nach Tianjin unternommen. Hier noch ein paar Eindruecke aus den ehemaligen Konzessionsgebieten Frankreichs, Englands, Japans und Italiens. Die Gebaeude in der franzoesischen Konzession, unmittelbar suedlich des Bahnhofs, beherbergen heute zum grossen Teil Banken und Versicherungen. Das ehemalige japanische Gebiet ist heute das Einkaufszentrum mit Fussgaengerzone, in den Gebieten Englands und Italiens findet man heute viele Cafés und Restaurants.

FORMER BANK OF KOREA – 前韩国银行

Ausflug nach Tianjin. Mit dem Expresszug erreicht man die regierungsunmittelbare Stadt Tianjin in etwa 35 Minuten vom Suedbahnhof aus. Und ein Ausflug lohnt sich. Die Stadt verfuegt ueber ein reiches koloniales Erbe und ist aehnlich wie Shanghai in Konzessionsgebiete aufgeteilt gewesen. Tianjin hat vor einiger Zeit den Wert dieses Erbes erkannt und begonnen diese Viertel zu renovieren. Viele der Gebaeude in unterschiedlichsten europaeischen Stilen stehen allerdings leer, da Immobilien und deren Instandsetzung eine kostspielige Angelegenheit sind. Im franzoesischen Konzessionsgebiet haben wir die “Former Bank of Korea” entdeckt. Von aussen eigentlich tadellos und das Erdgeschoss mit modernen Bueros, sind doch die oberen Stockwerke – in denen teilweise noch Menschen wohnen – in schlechtem Zustand, strahlen aber den morbiden Charme des Verfalls aus. Hier ein paar Eindruecke aus dem Treppenhaus:

PANJIANJUAN – 潘家园

Freitag war Feiertag. Gute Gelegenheit einmal wieder Panjiayuan zu besuchen, Beijings grossen Antikmarkt. Oder sollte man sagen “Replikmarkt”?

BEIXINQIAO SANTIAO – 北新桥三条

Zu letzt fuer heute – und das moechte ich nicht missen – hier noch eine Homage an unsere Strasse. Das Bild entstand etwa 150 Meter von unserer Haustuer entfernt an der Ecke, wo wir auch des oefteren mal gerne Lanmian essen gehen und neben dem von uns sehr geschaetzten Didao Xiaohaixian Restaurant. Die suedlich parallel gelegene Guijie, die bekannte Restaurantstrasse Beijings ist von Touristen gesaettiget. Hier essen die Menschen, die auch hier leben. Ich nenne unsere Strasse auch gerne die kleine Guijie. Ich liebe diese Strasse!

HUTONG RETAIL – 胡同零售业

Noerdlich des Fuxue Hutong erstreckt sich eine der hutongtypischen Einkaufsstrassen in der die Bewohner alles zum Leben noetige einkaufen koennen. Die Bilder entstanden ebenfalles auf dem gestrigen Abendspaziergang.

YANGROUCHUA – 羊肉串

An Yabgrouchua kommt man in China eigentlich nicht vorbei. Daher war es auch mal an der Zeit dies hier zu dokumentieren. Auch dieses Foto war geplant, wenn auch es nicht ganz meinen Vorstellungen entspricht. Als wir vor etwa zehn Tagen an diesem Stand bei Anding Men vorbeigekommen sind waren mehr Chuan auf dem Grill und die Luft war rauchgeschwaengert und das Licht der untergehenden Sonne fiel in Streifen duch die Baeume. Vielleicht schffe ich auch das noch in meinem Urlaub hier zu einem besseren Zeitpunkt vor Ort zu sein  und das Bild zu machen, dass mir vorschwebt.

YONGHEGONG – 雍和宫

Der Spaziergang am gestrigen Abend fuehrte uns an dem in unserer Nachbarschaft gelegenen Yonghegong – Lama Templel – vorbei. Zeitpunkt und Route haben wir bewusst so gewaehlt, dass das Licht die goldenen Verzierungen erstrahlen lassen wuerde.

Ich hoffe in naechster Zeit mehrere solcher geplanten Aufnahmen in Beijing machen zu koennen. da mir zwei Wohen Urlaub bevorstehen und man ansonsten ja zu nichts kommt….

TAOYUAN CAVE IN YONG’AN – 桃源洞在永安

Es ist immer wieder schoen, wenn man auf einer dieser anstrengenden Geschaeftsreisen mal einen halben Tag sich ausruhen kann. In diesem Falle hat uns unser Bauherr ausgefuehrt und uns die Taoyuan Grotte in der Naehe von Yong’an gezeigt. Eine Grotte im engeren Sinne ist das eigentlich nicht. Ich wuerde es eher eine Spalte nennen, die die Hauptattraktion hier war. Die Bilder in der zweiten Reihe unten dokumentieren das eigentlich ganz gut.

Dem Herrn Wu aus unserer Gruppe ist die Passage der 76 Meter langen Spalte nicht besonders leicht gefallen, denn sie Ist an der engsten Stelle keinen halben Meter breit, bei einer Tiefe von geschaetzten 30 Metern. Das hat sehr zur Unterhaltung beigetragen muss ich gestehen.

Schliesslich erreicht man die Kuppen der senkrecht aufragenden Felsen, von wo man einen guten Ueberblick ueber den Fluss und die umliegene zerklueftete Landschaft hat. Oben befinden sich ausserdem die Ruinen eines befestigten Wehrdorfes. Die Bewohner gehoerten zu Aufstaendischen Bauern in der Ming Dynastie. Das Dorf konnte lediglich ueber eine Steile Treppe an der Suedseite des Berges erreicht werden, auf der mehrere Tore den Zugang abriegeln konnten (vorletzte Bilderreihe).

WAY TO WORK

Beijing galt frueher als die Stadt der Fahrradfahrer – heute ist Beijing eher die Stadt der Staus…. Ein Grund mehr, sich auf’s Fahrrad zu setzen!

Die Stadt ist dem klassischen Idealbild einer chinesischen Stadt folgend in einem nach Sueden ausgerichteten Raster angelegt. Fuer den Radweg zur Arbeit bieten sich daher zahlreiche Moeglichkeiten: links, rechts, links rechts, bis man da ist. Theoretisch komme ich mit einmal rechts abbiegen auch ans Ziel. Eine Zeit lang habe ich alle moeglichen Wege ausprobiert und einer hat sich als der schnellste und schoenste herauskristallisiert (auch wenn ich zugeben muss den Drum Tower und die Guloudongdajie abends wegen zu vielen Menschen auf der Strasse zu meiden). Der morgendliche Weg fuehrt durch das historische Zentrum, dessen wichtigste Staetten sich entlang der Nors-Sued-Achse aufreihen. Gleichzeitig sind diese Strassen relativ wenig von Autos befahren und ein Teil der Strecke ist von schattenspendenden Baeumen gesaeumt.

Gegenueber anderen Methoden ins Buero zu gelangen hat das Rad hier noch weitere Vorteile. Der Weg mit der U-Bahn nimmt inklusive Erreichen der Station und des Bueros in etwa vierzig bis fuenfundvierzig Minuten in Anspruch. Mit einem Auto oder Taxi wuerden man in der rush hour wohl stecken bleiben und daher in etwa genau so lange brauchen. Einen Bus vergessen wir mal, das dauerte dann noch laenger. Mit dem Fahrrad, habe ich die Strecke von etwa neun Kilometern schon einmal in neunzehn Minuten und dreissig Sekunden geschafft, die letzten Meter durch unseren Hutong nicht mitgerechnet (das wuerde jeden Schnitt ruinieren!).