CHUANDIXIA und BAIYUCUN – 爨底下 和 柏峪村

27. April 2009

Chuandixia war gestern unser Ziel – in kleines Dorf, bestehend aus etwa 70 Siheyuan (Hofhaeusern) aus der Ming- und Qingdynastie. Kein einziges modernes Haus weit und breit. Die Anreise musste frueh beginnen, so stand ich um halb sechs auf, um um sieben Uhr fuenzehn in Gong Zhu Fen zu sein. Von dort weiter mit der U-Bahn zum Ping Guo Yuan, der kein Apfelgarten ist, was der Name vermuten liesse, sondern ein banaler Vorort mit Stahlwerk. Aber auch Stahlwerke haben ihren Reiz… Hier sind wir in einen Bus uebergewechselt, der uns fuer sagenhafte 7,2 Yuan (weniger als einen Euro) zweieinhalb Stunden in die Berge geschaukelt hat.
Chuandixia ist eines dieser Doerfer in China die Eintritt kosten – solange dies dem Erhalt und der Urspruenglichkeit dienlich ist bin ich aber sehr damit einverstanden. Die Dorfwebseite hat aber nicht zu viel versprochen, ausser das auf den Fotos keine Touristenmassen zu sehen waren. Die verliefen sich aber nach einer Weile auch in der Gegend, so das es beim zweiten Rundgang durchs Dorf moeglich war touristenfreie Fotos zu bekommen. Zuvor hatten wir eine neben dem Ort gelegene Anhoehe mit dem Dorftempel bestiegen. Immer wieder haben wir Huegel und kleine Berge erklommen, um uns eine neue Perspektive zu verschaffen.
Anschliessend sind wir die Dorfstrasse weiter bergauf gegangen, um zu einer Klam zu gelangen, deren Name so viel bedeutet, wie “Der Himmel ist eine Linie”. Hat gehalten, was der Name versprach…
Weiter ging es ueber Huegel und durch zerkueftete Schluchten, in ein Tal hinein und wieder heraus (wir hatten beschlossen die romantische Phantasie uns zu verirren aufzugeben). Vorbei an Hinweisen wie ” Dieser Weg ist gefaehrlich!”, “Dieser Weg ist jetzt wirklich gefaehrlich!” und “Betreten verboten!”, entlang an Abgruenden und ueber Strickleitern und wackelige Bruecken sind wir wohlbehalten am Ausgangspunkt angekommen.
War aber noch nicht genug. Den Bus zurueck hatten wir schon lange zu Gunsten einer Privatautofahrt fuer 150 Yuan sausen lassen (fuhr um 15:30). Uebernachten waere uebrigens auch eine guenstige Alternative gewesen: 15 Yuan, also etwa zwei Euro. Also nochmal rauf auf den Berg gegenueber…. Vom grandiosen Ueberblick belohnt traten wir wieder den Abstieg an.
Der urspruenglich organisierte Fahrer roch nach Schnaps, brachte aber gleich einen nuechternen Kumpel mit, der uns an seiner statt gefahren hat. Unterwegs wurden von einigen Sammlern Waldkreuter eingeladen, die uns im Auto mit ihren Ausduenstungen betoerten: Der etwas andere Duftbaum. Die Kombination mit Kurvenreicher Strasse und rasantem Fahrstiel loeste bei gewissen Peronen nicht grade Begeisterung aus, so war das Abendessen rausgeschmissenes Geld…
Alles in Allem ein erlebnisreicher Tag!

29. August 2010

Wir waren wieder in Chuandixia. Diesesmal waren die Berge gruen und wir sind auch noch in ein weiteres Dorf etwas oberhalb von Chuandixia gefahren: Baiyucun. Neben vielen weiteren originalen Hofhaeusern haben wir hier auch noch einige verlassene Hoefe entdeckt, von denen einer auch betretbar war. Hier entstanden einige sehr schoene Aufnahmen, die wirken, als ob die Bewohner don Ort  eben erst vor zwanzig Jahren verlassen haetten.