BIG RAIN – 大雨

Nicht nur in Wutaishan hat es geregnet, sondern auch in Beijing. Und es ist passiert, was in Beijing jedes Jahr mindestens einmal passiert: Die halbe Stadt stand unter Wasser. Und wir diesmal mitten drin….

Die Rueckfahrt von Wutaishan, die ohne Zwischefaelle etwa fuenf Stunden dauert, brauchte so von Beijings fuenfter Ringstrasse bis zum Buero weitere fuenf Stunden. Etwa 200 Meter vor unserem Bus spielten sich Szenen ab, die dem oberen Bild gleichen. So habe ich das zum ersten Mal live gesehen. Wir blieben jedenfalls halbwegs trocken und haben die Zeit fuer ein Schlaefchen im Bus genutzt.

Der Regen hielt fuer etwa 18 Stunden an. Im Stadtzentrum Beijings gingen dabei stolze 95 mm Regen nieder. Das ist schon mal nicht wenig. Ueber einem Vorort von Beijing entluden sich dagegen 337 mm Niederschlag!!! Eine Unterfuehrung am dritten Ring soll etwa 2,5 Meter unter Wasser gestanden haben.

Heavy Rain Post

Beijing Rain Post

HEAVY RAIN – 大雨

Da hat es grade doch glatt mal wieder ein wenig geregnet. Unsere Regenrinne (die in der Mitte etwas durchhaengt) hat das jedenfalls etwas ueberfordert. Waerend des Regens hatten wir fuenf Zentimeter Wasser im Hof und nach zwanzig Minuten war der Spuk auch schon wieder vorbei. Als wir danach zum Essen gegangen sind haben wir vom Besitzer des SERK gehoert, das auf der Strasse auch rund zehn Zentimeter Wasser waren…

SERK

Vor einem Monat hat SERK aufgemacht. SERK ist ein kombinierter Rennradladen mit Café, Bar und Fahrrad-Lobby-Zentrale in unserer Strasse. Wie sollte es anders sein ist einer der Besitzer natuerlich Ex-Architekt. Der Laden ist schick, aber einfach. An den Details erkennt man sofort ambitioniertes Design. Die zwei grossen Glastueren sind mit einem Gegengewicht versehen um leichter beweglich zu sein, die Bar geht direkt bis auf den Terrassenbereich und ist ebenfalls mit einer Glasscheibe gegen winterkaelte zu schuetzten. Erin bewegliches Regal trennt die Bar vom Werstattbereich, aber das beste ist, dass die Raeder alle samt von der Decke haengen und ueber bewegliche Haken an einer Schiene erreichbar sind. Die Besitzer sind ein Australisch-Chinesisches Paar. Neben Rennraedern der High-End-Klasse und der Bar finden noch zahlreiche Aktivitaeten rund ums Fahrradfahren statt. Ausfluege in die Umgebung Beijings, Fahrradtouren mit Galeriefuehrungen, Beijing Bike Week und noch mehr.

SERK

Smarter than car

BEIJING AIR – 北京大气

In Beijing eine must-have-App. Vorher hatte ich ja schon einmal ueber eine App geschrieben, die die Luftverschmutzungswerte von einer Messstation der amerikanischen Botschaft uebermittelt (hier). Jetzt habe ich noch eine aufgetan, die nicht nur diese Werte hat, sondern auch die Vergleichswerte des chinesischen Ministry of Environmental Protection. Der screen-shot oben laesst schon erahnen, wo die Reise hingeht. Nicht nur die angegeben Werte unterscheiden sich, sondern auch die mit den Werten in Verbindung gebrachten Beurteilungen: Werte bis 50 bezeichnen die Amerikaner als GOOD; die Chinesen als EXCELLENT. 50 – 100 ist dann bei den Chinesen GOOD, bei den Amerikanern nur noch MODERATE. Werte von 200 – 250  gelten dann fuer die Chinesen als MODERATELY POLLUTED, waerend die Amerikanische Botschaft Werte zwischen 200 – 300 als VERY UNHEALTHY einstuft.

Das chinesische Umweltministerium gibt zwar noch mehr Werte an als die Amerikaner, z.B. Schwefeldioxyd- und Stickoxydgehalte, aber der Hauptwert der Anzeige, der den Feinstaubgehalt der Luft angibt laesst darauf schliessen, das auch diese Werte nicht fuer die Innenstadt gelten.

Meine Vermutung ist, das die Messstation des chinesischen Umweltministeriums etwa in Miyun oder so steht. Das ist eineinhalb Autostunden vom Stadtzentrum entfernt und ausserdem ein Wasserschutzgebiet, was bedeutet, dass es dort keine nennenswerten Fabriken gibt…..

BEIXINQIAO SANTIAO – 北新桥三条

Zu letzt fuer heute – und das moechte ich nicht missen – hier noch eine Homage an unsere Strasse. Das Bild entstand etwa 150 Meter von unserer Haustuer entfernt an der Ecke, wo wir auch des oefteren mal gerne Lanmian essen gehen und neben dem von uns sehr geschaetzten Didao Xiaohaixian Restaurant. Die suedlich parallel gelegene Guijie, die bekannte Restaurantstrasse Beijings ist von Touristen gesaettiget. Hier essen die Menschen, die auch hier leben. Ich nenne unsere Strasse auch gerne die kleine Guijie. Ich liebe diese Strasse!

HUTONG RETAIL – 胡同零售业

Noerdlich des Fuxue Hutong erstreckt sich eine der hutongtypischen Einkaufsstrassen in der die Bewohner alles zum Leben noetige einkaufen koennen. Die Bilder entstanden ebenfalles auf dem gestrigen Abendspaziergang.

YANGROUCHUA – 羊肉串

An Yabgrouchua kommt man in China eigentlich nicht vorbei. Daher war es auch mal an der Zeit dies hier zu dokumentieren. Auch dieses Foto war geplant, wenn auch es nicht ganz meinen Vorstellungen entspricht. Als wir vor etwa zehn Tagen an diesem Stand bei Anding Men vorbeigekommen sind waren mehr Chuan auf dem Grill und die Luft war rauchgeschwaengert und das Licht der untergehenden Sonne fiel in Streifen duch die Baeume. Vielleicht schffe ich auch das noch in meinem Urlaub hier zu einem besseren Zeitpunkt vor Ort zu sein  und das Bild zu machen, dass mir vorschwebt.

INTRO FESTIVAL 2012

Gestern war das Intro Festival. Die Location zwei Tage zuvor verlegt, vom Beijing D-Park neben dem 798 Art District an den Rand der Stadt – an einen Ort, von dem noch nie jemand etwas gehoert hatte. Das Ueberraschende an der Location war, dass das Ganze stark an Oktoberfest erinnerte: Das erste Gebaeude, das meine Aufmerksamkeit erhielt war mit “Munchen Tent” beschriftet und faelschlicher weise mit schwarz gelbem Rautenmuster dekoriert. Spaeter entdeckte ich noch das “Watzman Tent”, das “Glasblaeser Tent” und andere. Das zweite Gebaeude, das mir aufgefallen war, war  unuebersehbar die Nachbildung eines Bierfasses….

Gegessen haben wir dann auch wie in Deutschland einen “Turkey Doener Kebab” und der war garnichtmal schlecht, nur ungewohnt klein. Kurios und vollkommen unverstaendlich war, das es auf dem Gelaende schon sehr bald keinen Alkohol mehr zu kaufen gab. Es schien ein gewisses Kontingent zu geben, das sich allerdings dis etwa 18 Uhr verkauft hatte. Nur der VIP bereich war davon ausgenommen, was dazu fuehrte, das das VIP Personal das Bier schwarz verkaufte: 200 RMB fuer ein Sixpack!!! Spaeter am Abend ist es und dann noch gelungen fuer den gleichen Preis einen ganzen Karton zu erstehen. Halsabschneider!

Die Buehnen waren nicht schlecht, allerdings mit einem riesigen Abstand zwischen dem DJ und dem Publikum. Dieser war mit steif dreinblickender Security gefuellt, der offensichtlich der Sinn fuer die Veranstaltung fehlte.

Der Ruecktransport des Publikums aus der Pampa (keine U-Bahnstation in einem Umkreis einer fusslaeufigen Stunde, und die waere zu dieser Zeit so oder so nicht mehr gefahren) erfolgte in kostenlosen Bussen. Diese wurden bis zum Bersten aufgefuellt und fuhren dann zum Arbeiterstadion in die Stadt zurueck.

PENJING II – 盆景 II

Umtopfen und beschneiden und neu verdrahten…. Die Feiertage verbringe ich wieder mit den Fingern in der Erde. Zum Fruehlingsanfang gibt’s ja auch immer einiges zu tun mit den kleinen Baeumen.

Oben ein Steckling meiner grossen Steineibe. Das war mal einer der unteren Aeste. Einfach in die Erde gesteckt und zwei von vier sind angegangen. Diesen hier habe ich nun mal aus seinem echt unpassenden Topf befreit, den er innerhalb eines Jahres auch komplett mit Wurzeln gefuellt hatte. Im Neuen Topf soll er erstmal ein, zwei Jahre weiter wachsen.

Unten eine der letzten Neuanschaffungen, ein chinesischer Linguster. Linkes Bild: wie gekauft (ca 15 Euro). In der Mitte sieht man den Baum nach Entfernung der unteren Aeste und mit bereits beschnittenen Wurzeln. Der Inhalt der alten Schale bestand fast nur noch aus Wurzeln und war steinhart… rechts dann in neuer Schale mit frischem Substrat.

Zu guter letzt die Gratisbeigabe eines Einkaufs aus dem letzten Jahr, damals nur schnell aus dem Plastknapf befreit. Das Ding wurde jetzt mal gedrahtet und umgesetzt. Da muss ich aber wohl morgen nochmal ein wenig dran rumschnippeln.